Was ist Nachhaltigkeit

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: Holz sollte nur soweit geschlagen werden, dass der Wald nicht dauerhaft beeinträchtigt wurde und damit auch den nachfolgenden Generationen noch zur Verfügung stand. Durch die Diskussion über nachhaltige Entwicklung (Bericht der Brundtland- Kommission 1987, Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992) wurde dieser Begriff reaktiviert und erweitert. Nachhaltigkeit bedeutet heute:

Ökonomisches Wachstum kann nur dann dauerhaft gelingen, wenn ökologische und soziale Rahmenbedingungen beachtet werden.

Nachhaltige Entwicklung heißt langfristiges Denken. Es geht darum, die Bedürfnisse der Gegenwart zu decken, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, zu beeinträchtigen
In dieser allgemeinen Form findet die Idee der Nachhaltigkeit breite Zustimmung. Schwieriger wird es immer dann, wenn es darum geht, wie die zu beachtenden Rahmenbedingungen konkret aussehen.


Einen Versuch zur Definition der ökologischen Rahmenbedingungen stellen die Nachhaltigkeits-Regeln der Enquete-Kommission des 13. Deutschen Bundestages dar. Diese lauten:

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe soll deren Regenerationsrate nicht überschreiten.

Nicht erneuerbare Naturgüter dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie ihre Funktionen durch andere Materialien ersetzt werden können.

Die Freisetzung von Stoffen oder Energie darf auf Dauer nicht größer sein als die Anpassungsfähigkeit der Öko-Systeme.

Unvertretbare Risiken für die menschliche Gesundheit durch anthropogene Einwirkungen sind zu vermeiden.

© Jürgen Paeger 2005

 

Aspekte (Säulen) der Nachhaltigkeit

Im allgemeinen Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Komponenten zusammen, die auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet werden:

 

Die ökologische Nachhaltigkeit:
umschreibt die Zieldimension, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfasst den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung.

 

Die ökonomische Nachhaltigkeit:
stellt das Postulat auf, dass die Wirtschaftsweise so angelegt ist, dass sie dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Von besonderer Bedeutung ist hier der Schutz wirtschaftlicher Ressourcen vor Ausbeutung.

 

Die soziale Nachhaltigkeit:
versteht die Entwicklung der Gesellschaft als einen Weg, der Partizipation für alle Mitglieder einer Gemeinschaft ermöglicht. Dies umfasst einen Ausgleich sozialer Kräfte mit dem Ziel, eine auf Dauer zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft zu erreichen.