Warum ein Bündnis gegen Reechtsextremismus?

Um gegen Rechtsextremismus, Faschismus und Gewalt und die eventuelle Errichtung eines Nazi-Zentrums auf dem Heisenhof in dörverden Stellung zu beziehen hat Forum Zukunft einen Informationsabend veranstaltet, 7 Sonntagsspaziergänge durchgeführt und ist maßgeblich daran beteiligt, dass sich am 13. 12. 2004 in Dörverden das "Bündnis gegen Rechtsextremismus" gegründet hat.

Wer ist Jürgen Rieger?

Jürgen Rieger ist ein rechtsradikaler Hamburger Rechtsanwalt. Er hat bundesweit viele Rechtsextremisten und Holocaustleugner vertreten, darunter Michael Kühnen und Horst Mahler. Rieger selbst wurde wegen Körperverletzung, Volksverhetzung und Verbreitung rassistischen Gedankenguts verurteilt. Er gilt als einer der führenden deutschen Neonazis und verfügt über große Mengen Geld zur Finanzierung radikaler Umtriebe.

 

Was will er mit dem Heisenhof?

Im Namen der „Wilhelm- Tietjen-Stiftung" erwarb Rieger in Dörverden den Heisenhof. Auf dem 26.000 m² großen Gelände stehen mehrere Gebäude mit über 3300 m² Wohnfläche für Versammlungen und Übernachtungen zur Verfügung. Mit dem Schießstand und den riesigen Bunkeranlagen bietet der Heisenhof den neofaschistischen Gewalttätern fast unbegrenzte Möglichkeiten. Schulungen für 300 Rechtsradikale und mehr sind hier logistisch kein Problem. Der Heisenhof wird von Anhängern Riegers, überwiegend vorbestraften und polizeibekannten Neonazis, bewohnt. Die Renovierungsarbeiten haben bereits vor vielen Wochen ohne Baugenehmigung begonnen ...
Hier entsteht ein riesiges Nazi-Zentrum!
Rieger hat zudem Interesse am Kauf der Stadthalle in Verden bekundet. Danach an einem Hotel in Delmenhorst, an einem Bahnhof bei Osnabrück und schließlich an einer Mühle bei Achim (Landkreis Verden).  ZUm Teil wurden diese Gebäude von engagierten Bürgerinnen und Bürgern oder den Städten und Gemeinden gekauft, damit es keine Nazizentren geben kann.

Nutzungsverbot auf dem Heisenhof

Die Bewohner verließen das Gebäude nicht, sondern führen unbeirrt die nicht genehmigten Renovierungsarbeiten fort. Rieger stellte daraufhin einen Bauantrag, in dem er detailliert angibt, wie er die Gebäude nutzen will. Danach soll - wie befürchtet - ein Großteil der Gebäude als Schulungshaus genutzt werden. Zusätzlich beantragte er für diverse Gebäude , die schon jetzt illegal von vorbestraften Radikalen bewohnt werden, Wohnflächen.

Erste Schulung für Neonazis auf dem Heisenhof

Am 20. November 2004 hatte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten (JN), Florian Cordes aus Achim, zu einer Schulung auf den Heisenhof eingeladen. Referent war Peter Naumann, der 1988 wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung und Sprengstoffanschlägen zu 41/2 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Themen seiner Referate waren: „Ausgeruht den Feind erwarten" und „Überwachen, Beschatten und Abhören - Methoden der Observation". Der Einladung waren unter anderem der stellvertretende NPD Landesvorsitzende Adolf Dammann aus Buxtehude und die „Freien Kameraden" um Andreas Hackmann aus Bremen gefolgt.

Rechtsradikale Blätter an Jugendliche verteilt

Bereits seit Ende 2003 werden an den Schulen im Elbe-Weser-Raum im Rahmen der „Schuloffensive" der „Jungen Nationaldemokraten" immer wieder rechtsradikale Flugblätter und die Schülerzeitung „Der Rebell*" verteilt. Im Dezember'04 wurden
diese Blätter von Bewohnern des Heisenhofes und NPD-AnhängerInnen erstmalig auch an Dörverdens Schule verteilt. Bei einer Verteilaktion in Verden am 21.12.04 fuhr der 22-jährige Leiter des NPD Stützpunkts Verden/Rotenburg, der auf dem Heisenhof wohnt, einen Fotografen absichtlich mit seinem Auto an. Es wurde Strafanzeige gestellt.

*„Der Rebell" ist eine Nazipostille der Jungen Nationaldemokraten, die sich an Schüler richtet. Darin wird z.B. unter anderem zur Rassentrennung in den Schulen aufgerufen. Die Idee der „Multikultur" findet das Blatt „ekelerregend".
Weitere Zitate: „Deutsche Interessen zuerst!", „Die Zeit ist reif für Widerstand. Ob auf der Straße, in den Schulen, ... und im eigenen Elternhaus.".

Die niedersächsische Landesregierung hat erst kürzlich die Mittel für Projekte gegen Rechtsextremismus drastisch gekürzt ...

Was können wir tun?

• Entfernen Sie ausliegende rechtsradikale Flugblätter von Tankstellen, Autobahnraststätten, Supermärkten u.s.w., damit diese nicht weiter verbreitet werden (sie liegen dort oft ohne Wissen und Zustimmung der Betreiber)
• Klären Sie Ihre Kinder über die Gefährlichkeit rechtsradikalen und rassistischen Gedankenguts auf.
• Kommen Sie zahlreich zu den Sonntags-Spaziergängen, um eine breite Öffentlichkeit und die Politiker auf unser Problem aufmerksam zu machen!

Riegers Artgemeinschaft traf sich in Dörverden

Jürgen Rieger ist Hauptfunktionär und Leiter der völkischen Artgemeinschaft, deren Mitglieder sich am Himmelfahrtswochenende auf dem Heisenhof aufhielten.
Neue Mitglieder müssen zwei Bürgen vorweisen können. Es wird eine Blut- und Boden-Ideologie propagiert und ein sog. "germanisches Sittengesetz", welches dem mythologisch überhöhten "Ariertum" der Nationalsozialisten entspricht
Gegründet wurde die "Artgemeinschaft" 1933 von Wilhelm Kusserow, seit 1957 ist sie ein eingetragener Verein. Hauptfunktionär und Leiter ist Jürgen Rieger. Das Spektrum der Mitglieder reicht von militanten Neofaschisten bis zu Vertretern der Neuen Rechten wie Pierre Krebs.
Die Artgemeinschaft organisiert regelmäßig Sonnwendfeiern und Julfeste und war an der Durchführung der "Hetendorfer Tagungswochen" beteiligt. Publikationsorgan ist die vierteljährlich erscheinende Nordische Zeitung. Zusammenarbeit besteht mit der Gesellschaft für freie Publizistik, dem Nordischen Ring (Vorsitz: Jürgen Rieger), der Northern League, dem Bund der Goden und weiteren rechtsextremistischen Organisationen.
Rassistische Ansätze findet man in der Nordischen Zeitung, Ausgabe 3/98. So schreibt der Verfasser eines Artikels "Blond - ein Traum stirbt aus" u.a.:
"'Die Welt kann auf die Blonden nicht verzichten'... Das ist so gesagt nicht ganz vollständig. Denn nicht nur ein Stück Kulturgeschichte würde verschwinden, sondern ein jahrtausendaltes Rassemerkmal, das äußerlich sichtbare Kennzeichen einer Menschenart ist die einem großen Teil der Welt das brachte, was man überhaupt 'Kultur' nennt, und die nun in einem Rassengemisch untergehen würde. "
Das niedersächsische Innenministerium hat am 11. Februar 1998 die ebenfalls von Rieger geleiteten rechtsextremistischen Vereine Heide-Heim e.V. (Hamburg) und Heideheim e.V. (Buchholz) verboten. In der Verbotsbegründung heißt es, beide Vereine verfolgten das Ziel, mit ihrer Tätigkeit die verfassungsmäßige Ordnung fortlaufend zu untergraben und letztendlich zu beseitigen. Im Dezember 1999 führte die Artgemeinschaft ihr alljährliches "Juleingangstreffen" durch. Neben "Volkstanz, Julklapp" und "artgemäßer Kleidung" wurden auch Referate geboten, darunter der Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub
Wenn dem Bauantrag Riegers stattgegeben wird, kann sich die Artgemeinschaft ungehindert und legal auf dem Heisenhof versammeln und ihre Forschungen betreiben. Ein Verbotsverfahren wäre langwierig und nicht ohne weiteres durchzusetzen.

Was war wann am Anfang:

Hier einen kurze Darstellung des aktuellen Geschehens:
17. August 2005
Ein 17jähriger Jugendlicher wird von Malte B., ein Neonazi, der trotz Nutzungsverbot dauerhaft auf dem Heisenhof wohnt, durch einen Schlag ins Gesicht verletzt. Die Polizei griff den Täter kurze Zeit später auf.

August/September 2005
Der Heisenhof ist die regionale Verteilstelle für das Wahlkampfmaterial der NPD. Der Landkreis stellt das bei einer Begehung fest, unternimmt aber nichts.

Anfang September
In Verden und Achim wird die neue Schulhof-CD verteilt. Immer dabei die bekannten Dauernutzer des Heisenhofes Daniel Fürstenberg, Matthias Schulz und Sven Wellhausen.

24. September
Beim Bahnhof Langwedel wird nach einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen ein Schuss auf einen Migranten abgegeben. Dieser Vorfall ist Anlass für die NDP-Demo mit der Parole "Stoppt Ausländerkriminalität" am 8. Oktober 2005.

14. Oktober
Der Heisenhof wird von der Polizei durchsucht. Dabei wird die in Langwedel benutzte Schreckschusspistole, mit der ein junger Ausländer verletzt wurde, sichergestellt. Außerdem ist nun sicher, dass durch Malte Bormann eine dauerhafte Wohnnutzung stattfindet.

Wahlkampfpropaganda und Straftaten mit der Basis Heisenhof gehen weiter ungehindert ihren Gang. Noch erschreckender ist die Erkenntnis, das Kinder bzw. Jugendliche den Heisenhof für sich entdeckt haben und dort auch freundliche Aufnahme finden.
Sie sind immer noch da!

Nachtragsliquidation gelöscht - Rieger wieder Besitzer des Heisenhofes

Nach der Auflösung der "Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation LTD." im Londoner Register, gab es keinen rechtlichen Besitzer des Heisenhofes und es wurden "Nachtragsliquidatoren" eingesetzt. Nazis hatten keinen Zugang zu den von der "Stiftung" in Deutschland gekauften Gebäuden, dem Heisenhof in Dörverden und einem Gebäude in Pößneck (Thüringen). So war es eine Weile ruhig geworden um den Heisenhof.

 

Mitte Mai 2008 reichte Rieger die Formalitäten nach, so daß sein "Firma" wieder Besitzer seiner Gebäuide ist. Gleichen Tags hielten sich wieder Neonazis auf dem Gelände auf....

Und auch über den 3. Oktober (Tag der Deutschen Einhaeit) waren ca. 30 Leute der Artgemeinschaft über das verlängerte Wochenende zugegen, werkelten und hörten Vorträge.....

Wieder Nazis auf dem Heisenhof!